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Die Geschichte der Joseph-Haydn-Schule

Die Joseph-Haydn-Schule ist ein Zeitdokument der Stadt, des Bezirkes Oberpullendorf und des gesamten Burgenlandes. Eng verbunden mit dem Werden des jüngsten Bundeslandes hat dieses Schulhaus eine bewegte Vergangenheit. Die Geschichte des Burgenlandes und der Aufschwung des Bezirksvorortes Oberpullendorf zu einer mustergültigen Schulstadt spiegeln sich in diesem Haus wider.

Eine deutsche Schule im ungarischen Sprachraum

1921 kam das Burgenland zu Österreich. Oberpullendorf wurde Bezirksvorort. Durch den Zuzug vieler Beamter wurde der Wunsch nach einer deutschen Schule in diesem ungarischen Sprachraum immer lauter.

Eine Bürgerinitiative im Jahr 1927 - sicher eine der ersten in unserer jungen Republik - wies auf die Missstände im Schulbereich hin und forderte die Errichtung einer neuen Schule.

Die finanzielle Lage der Gemeinde war aber nicht so rosig, dass an einen Neubau einer Schule gedacht werden konnte. Deshalb bemühte sich der Deutsche Schulverein Südmark  mit Unterstützung von Land und Gemeinde um dieses Bauvorhaben.

1928 begann man mit dem Bau, 1929 war das Schulhaus bezugsfertig und am 30. Juni 1929 wurde es eingeweiht. Es war für die damalige Zeit überaus modern, hatte einen Turnraum, Lehrerwohnungen, einen Raum für Filmvorführungen und ein Planschbecken für Kinder.

1929/30 führte man zwei Volksschulklassen und eine Kindergartengruppe, ein Jahr später musste die Schule schon dreiklassig geführt werden.

Die Kriegszeit

Nachdem die ungarische Schule (Standort war der Platz der heutigen Raiffeisenbank) aufgelöst wurde, war ein Zubau unerlässlich. Dieser erfolgte während des Krieges anno 1941. Die Gemeinde wurde Eigentümerin der Schule.

Im Haus waren 5 Klassen Volksschule, 3 Kindergartengruppen, eine Gewerbefachschule und die Bauernschule (über den Winter)  untergebracht.

Im Jahr 1944 musste das Gebäude zum Teil einer Pioniertruppe zur Verfügung gestellt werden, was einen Wechselunterricht zur Folge hatte. Schließlich musste der Schulbetrieb Ende 1944 gänzlich eingestellt werden, da das Haus als Magazin des Stellungsbaues verwendet wurde, ja sogar als Hilfslazarett, weil das Krankenhaus überfüllt war.

Die Zerstörung

Am 30. März 1945 - es war der Karfreitag - erreichten die Kampfhandlungen Oberpullendorf und aus ungeklärter Ursache begann dieses eben erst modernisierte Gebäude zu brennen. Während der Kampfhandlungen war an ein Löschen nicht zu denken - die Joseph-Haydn-Schule brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Wiedereröffnung als Hauptschule

Erst 1947 wurde mit den Aufräumungsarbeiten begonnen und mit Hilfe des Landes begann der Wiederaufbau. Während der Arbeiten wurde der Wunsch laut, die Schule als Hauptschule wieder zu eröffnen. Oberpullendorf war nämlich der einzige Bezirksvorort, der keine Hauptschule besaß. Trotz Widerstandes der umliegenden Orte, die ebenfalls Hauptschulen führten, beschloss der Landtag die Umwidmung in eine Hauptschule und am 3. November 1950 begann der Unterricht.

Soldaten während des Ungarnaufstandes

Aber schon 1956 war das Schulgebäude wieder Unterkunft für Soldaten. Während der Revolution in Ungarn waren im Haus Einheiten des Bundesheeres  zur  Grenzsicherung untergebracht. An einen Unterricht in der Volksschule war nicht zu denken, da dort Flüchtlinge untergebracht waren. So wurde der Volksschulunterricht am Nachmittag in der Joseph-Haydn-Schule geführt.

Zu diesem Zeitpunkt gab es immer wieder Gerüchte, dass die Stadtgemeinde das Haus dem Bund überlassen würde, um hier eine Kaserne zu errichten. Obwohl der Plan viele Befürworter fand, verstummten die Gerüchte im Jahr 1957.

Heimstätte für den Polytechnischen Lehrgang

Wieder war es Platzmangel, der einen Neubau einer Volksschule und einer Hauptschule notwendig machte. In diese neue Zentralschule zog die Volksschule im Jahr 1963 ein, die Hauptschule verließ ihre Geburtsstätte im Jahr 1969. Im Haus blieb nur der 1966 gegründete Polytechnische Lehrgang, der bis dahin mit drei Klassen an die Hauptschule angeschlossen war.

Geburtsstätte für die Handelsschule und die Handelsakademie

1969 startete die Handelsschule auf Grund einer Initiative einer Gruppe von Oberpullendorfer Wirtschaftstreibenden. Wieder einmal war die Joseph-Haydn-Schule erste Heimstätte für eine neue Schulform. Auch für die Handelsakademie, die 1972 startete, war dieses ehrwürdige Haus die erste Unterkunft, wobei ein Zubau von zwei Klassen die erste Raumnot linderte. Ein Neubau für die Handelsschule bzw. für die Handelsakademie war unbedingt notwendig; diese neue Schule wurde im Jahr 1977 bezogen.

Der Polytechnische Lehrgang, jetzt vier-klassig, blieb als einzige Schulform im Haus. In den Jahren 1981 und 1988 wurde das Haus umfangreich renoviert. Die Schule wurde laufend den neuen Anforderungen, die durch die Reformen dieser 9. Schulstufe vom Polytechnischen Lehrgang zur Polytechnischen Schule notwendig wurden, angepasst.

Im Schuljahr 2000/01 waren zwei Klassen in der Joseph-Haydn-Schule untergebracht. Es gab nämlich im Bezirk Oberpullendorf noch weitere fünf Polytechnische Schulen, die an Hauptschulen bzw. an Volksschulen angeschlossen waren.

Mit 1. September 2002 wurden alle angeschlossenen Polytechnischen Schulen (Deutschkreutz, Großwarasdorf, Lackenbach, Lockenhaus waren an die örtlichen Hauptschulen, Neckenmarkt an die Volksschule angeschlossen) aufgelöst. Seither ist die Polytechnische Schule Oberpullendorf der einzige Standort im Bezirk Oberpullendorf.

Der Name

Leider gibt es in keiner Chronik einen Hinweis auf die Namensgebung der Schule als Joseph-Haydn-Schule. Wahrscheinlich wollte man das Schulhaus als Kulturstätte mit diesem großen Künstler Joseph Haydn (1732-1809) verbinden, der von 1761-1790 als Dirigent und Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy gewirkt hat. Möglicherweise war auch der 200. Geburtstag, den man kurze Zeit nach der Einweihung feierte,  der Grund für die Namensgebung.